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Leukämie

Die Leukämie ist die Form der bösartigen Tumorerkrankungen, die aus den blutbildenden Zellen ausgeht. Die Leukämie ist Ergebnis der von der Regelung freigekommenen ungebremsten Vermehrung der im Knochenmark befindlichen unreifen und reiferen blutbildenden Zellen. Die vermehrten Zellen, daneben, dass sie das Knochenmark ausfüllen, treten meistens auch in die Blutbahn hinein und erscheinen auch in dem zirkulierendem Blut massenweise. 


Die Leukämien bilden etwa 3% der bösartigen Tumorkrankheiten weltweit. Bei den Kindern unter 15 Jahren bilden die Leukämien die am häufigsten vorkommende bösartige Tumorerkrankung, sie machen ein Drittel von allen Kinder-Tumorkrankheiten aus.

Das Blut und das Knochenmark

Wo werden die Blutzellen gebildet? Welche Typen haben die Blutzellen? Warum sind die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) wichtig?

Unser Blut besteht – wie allgemein bekannt – aus Flüssigkeit und Blutzellen. Die flüssige Komponente unseres Blutes nennt man Blutplasma. Die wichtigste Aufgabe unseres Blutes ist, Nährstoffe, Oxygen, Hormone und andere Baumaterialien zu den Zellen unseres Körpers zu liefern, damit diese ihre Lebensfunktionen entsprechend ausüben können. Das Blut spielt eine grundlegende Rolle im Abtransport der im Laufe der Lebensfunktion der Zellen gebildeten Schlacken und auch im Schutz unseres Organismus gegen Infektionen.

Die Blutzellen werden im roten Knochenmark gebildet aus blutbildenden Stammzellen. Im Normalfall steht die Blutzellenbildung unter strenger Kontrolle des Organismus und es werden immer nur so viele Blutzellen produziert, die zum Ersatz der zunichte gewordenen Blutzellen notwendig sind, beziehungsweise, die das Organismus benötigt. 

Es gibt drei Haupttypen der im Blut befindlichen Blutzellen:

  1. weiße Blutkörperchen
  2. rote Blutkörperchen
  3. Blutplättchen

Die weißen Blutkörperchen spielen im Schutz gegen Infektionen und andere Krankheiten eine wichtige Rolle.

Die roten Blutkörperchen enthalten einen Eiweißstoff (Hämoglobin), der reich an Eisen ist, mit Hilfe dessen sie Oxygen aus der Lunge zu den Geweben, Zellen unseres Organismus liefern und davon liefern sie das Kohlendioxid zurück in die Lunge. Auch die Farbe unseres Blutes wird durch den Hämoglobin-Inhalt der roten Blutkörperchen bestimmt.

Die wichtigste Rolle der Blutplättchen besteht in der Blutgerinnung und damit in der Blutstillung bei Verletzung.

 

Symptomen der Leukämie

 Die chronischen Leukämieerkrankungen werden oft während einer routinemäßigen ärztlichen Untersuchung, versehentlich erkannt. Der Grund dafür ist, dass die Kranken sogar für längere Zeit symptomfrei sein können. Was für Symptome können die Leukämieerkrankungen haben?

Die Leukämieerkrankungen können lange ganz symptomfrei sein, oder aber sie können sich mit sehr variablen Symptomen beginnen. Im Hintergrund der Erkrankung steht einerseits, das die Leukämiezellen die normale Funktion der weißen Blutkörperchen nicht versehen können, andererseits, dass die im Knochenmark wuchernden Leukämiezellen die Bildung von sonstigen Blutzellen behindern.

Die Leukämie-weiße Blutkörperchen sind nicht fähig, die in den Organismus eingelangten Krankheitserreger, Bakterien, Viren usw. zu bekämpfen, deshalb treten bei Leukämiekranken Infektionen und Fieber auf. Die Bildung von roten Blutkörperchen und Blutplättchen ist oft gehemmt, sie haben also nicht genug Oxygen liefernde rote Blutkörperchen. Dieser Zustand wird als Blutarmut (Anämie) genannt. Deshalb ist der Kranke blass, er fühlt sich schwach und ist außerordentlich ermüdbar. Und wegen der nicht entsprechender Anzahl an Blutplättchen bluten die Leukämie-Kranken nach einer Verletzung dauerhafter.

Die häufigsten Symptomen bei Leukämie sind wie folgt: Fieber, Schüttelfrost, influenzähnliche Symptome, Schwäche, Müdigkeit, Neigung zu Infektionen, Appetit- und/oder Gewichtsverlust, vergrößerte und sensible Lymphknoten, Milz und Leber, Bluterkrankheit, Verletzbarkeit, Ausgestaltung von kleinen fleckigen Blutungen in der Haut. Häufige Symptome sind noch die Zahnfleischentzündung und Blutung im Zahnfleisch, Schwitzen in der Nacht, Knochen- und Gelenkschmerzen.

In akuter Leukämie erscheinen die Symptome früh und verstärken sich schnell. So fühlen sich die betroffenen Personen wirklich krank und wenden sich zum Arzt. Die chronischen Leukämie-Kranken können lange Zeit symptomfrei sein und wenn sich die Symptome zeigen, sind diese wie gewohnt mild und diese werden nur langsam, stufenweise schlimmer. Es ist der Grund dafür, dass ein Teil der Leukämie-Kranken im Laufe einer routinemäßigen ärztlichen Untersuchung, Blutkontrolle, versehentlich erkannt werden.

 

Behandlung des Leukämie-Kranken

Es gibt fünf mögliche Therapiemethode in der Behandlung der Leukämie: Chemotherapie, zwei Arten der Strahltherapie, die Knochenmark-Transplantation und die biologische Therapie. Zur Behandlung der chronischen Myeloid Leukämie (CML) – die Krankheit ist aus dem englischen Namen des Tumors, Chronic Myeloid Leukemia als CML bekannt – stehen heute schon wirksame gezielte Mittel zur Verfügung.

Im Falle einer Leukämie-Erkrankung ist die Wahl der besten Behandlung ein kompletter Prozess, wozu man zahlreiche Faktoren in Betracht ziehen muss. Die Auswahl der Behandlungsart wird durch den Typ der Leukämie, die Eigenschaften der Leukämie-Zellen, die Expansion der Krankheit, den allgemeinen Gesundheitszustand, das Alter des Kranken und natürlich auch durch die im Zusammenhang mit der Krankheit erscheinenden Symptome beeinflusst.  Die Auswahl der anzuwendenden Behandlungsart erfolgt eigentlich individualisiert.

Das Beste ist, wenn die Behandlung der Leukämie-Kranken in einem solchen Hospital, Gesundheitszentrum erfolgt, dessen Ärzte über große Erfahrung in der Behandlung der Leukämie-Kranken verfügen. Falls es nicht verwirklicht werden kann, ist es unbedingt erwünscht, dass der behandelnde Arzt den Behandlungsplan mit Fachärzten, Spezialisten von solchen Zentren besprechend ausgestaltet.

Ziel der Behandlung der Leukämie-Kranken ist, die volle komplette Remission der Krankheit und die Wiederherstellung der normalen Knochenmarkfunktion zu erreichen. Das Erreichen der vollen Remission bedeutet leider nicht in jedem Fall auch eine Heilung, weil einige Leukämie-Zellen auch so unbemerkt zurückbleiben können, die sich später vermehren und einen Rückfall (Relapse) d.h. den erneuten Auftritt der Krankheit verursachen können.

In der modernen Behandlung der Leukämie-Kranken werden fünf Haupt-Therapiemethoden angewandt.

 

Chemotherapie

Die wichtigste Behandlungsmethode der Leukämie-Erkrankungen ist die Chemotherapie, die auf den ganzen Organismus wirkt – die über Mund eingenommenen oder intravenös eingegebenen chemotherapeutischen Mittel erreichen mit dem Blutstrom praktisch alle Teile des Organismus. Im Rahmen der chemotherapeutischen Behandlung werden mehrere Anti-Tumor-Mittel kombiniert dosiert. Die chemotherapeutischen Mittel werden im Zeichen der Bestrebung nach Vernichtung aller Leukämie-Zellen in sehr hoher, nahezu toxischer Dosierung eingegeben.

 

Strahlentherapie

Die Strahlentherapie wird in der Behandlung der Leukämie-Kranken hauptsächlich in den folgenden zwei Formen angewandt:

  1. Einstrahlung eines durch Leukämie-Zellen infiltrierten Teiles,  Organs des Organismus;
  2. in Form einer Ganzkörper-Einstrahlung vor der Knochenmarktransplantation, die doppeltes Ziel hat: möglichst restlose Vernichtung der auf verschiedenen Orten des Organismus befindlichen Leukämie-Zellen, andererseits möglichst restlose Ausleerung des Knochenmarks von Zellenelementen im Interesse der Vorbereitung zum Aufnehmen der in der Zukunft zu transplantierenden gesunden Knochenmarkzellen.

 

Knochenmark-Transplantation

Knochenmark-Transplantation wird bei Leukämie-Kranken deshalb angewandt, um die Anwendung der chemotherapeutischen Mittel in sehr großen sogar toxischen Dosierungen zu ermöglichen, dann mit Geben von gesundem Knochenmark die Wiederherstellung der Blutbildung zu unterstützen und dadurch das Überleben des Kranken zu ermöglichen.

Ein aus einem anderen Menschen, d.h. aus dem Donator stammendes Knochenmark ist aber – wenn es als seltene Ausnahme nicht um genetisch identische eineiige Zwillinge handelt – fremd für das  Rezipient-Organ. Die weißen Blutkörperchen des Rezipient-Organs erkennen das transplantierte Knochenmark deshalb als fremd und sind bestrebt, es zu vernichten, aus dem Organismus zu beseitigen, d.h. es kommt eine Verwerfungsreaktion zustande. In diesem Fall hängt der Erfolg der Transplantation davon ab, in welcher Maße die Zellen der Knochenmark gebenden Person (Organspender) den Zellen des Rezipient-Organs ähnlich sind. Damit die Transplantation erfolgreich wird, versucht man solchen Donator zu finden, der diesen Anforderungen am besten entspricht. Um je nähere Blutsverwandte es handelt, desto größer ist natürlich die Chance der Ähnlichkeit. Deshalb versucht man bei Notwendigkeit einer Knochenmark-Transplantation das Knochenmark von möglichst näheren Blutsverwandten, Eltern oder Brüdern/Schwestern zu gewinnen.

Die Auswahl eines Organspenders, der zum Rezipienten am nächsten steht, ist auch deshalb sehr wichtig, weil wenn sich die transplantierten Knochenmarkzellen, darunter auch die Lymphozyten, entsprechend vermehrt haben, werden sie die Zellen des Rezipient-Organs als fremde erkennend, angreifen.

Eine andere Möglichkeit für die Knochenmark-Transplantation ist die Zurückgabe des vom Kranken früher abgenommenen eigenen Knochenmarks. In diesem Fall – weil es sich um Zurücktransplantation von eigenen Zellen und Geweben handelt – tauchen die oben skizzierten Probleme nicht auf. Natürlich wird in diesem Fall beachtet, dass das für Zurücktransplantation beabsichtigte Knochenmark zum Zeitpunkt abgenommen wird, wenn die Leukämie des Kranken als Wirkung der Behandlung im zurückgehenden Stadium ist, d.h. pathologische Leukämiezellen sind nur in kleiner Anzahl enthalten. Die durch die Infusion zugeführten Knochenmarkzellen gelangen durch den Blutstrom ins Knochenmark, wo sie sich setzen und während etwa 2-4 Wochen sich zu Hause fühlen und beginnen, sich vermehrend, mit ihrer blutzellenbildender Tätigkeit und produzieren für das Organismus weiße Blutkörperchen, rote Blutkörperchen und Blutplättchen. Der Wiederherstellungsprozess der Immunfunktionen ist wesentlich zeitaufwendiger. Im Falle von Transplantation des nicht eigenen Knochenmarks kann sogar 1-2 Jahre lang dauern, bis sich die Immunfunktionen wiederherstellen.

 

Biologische Therapie

In der Behandlung der Leukämien ist eine weitere, immer öfter und ergebnisvoller angewandte Behandlungsmethode die sog. biologische Therapie. Das Wesen deren besteht darin, dass man solche Materialien anwendet, die die Antwortreaktionen des Organismus gegen Krankheit günstig beeinflussen. Im Allgemeinen geht es um solche Materialien, die im Falle von verschiedenen schädlichen Wirkungen und Krankheit in kleiner Menge auch sonst jederzeit produziert werden. Mit den modernen molekularbiologischen Methoden können diese heue schon künstlich auch in großer Menge hergestellt und in der Krebstherapie in immer breiterem Kreis nützlich angewandt werden. Diese Materialien sind fähig, das Organismus in solche Richtung zu beeinflussen, dass dieses gegenüber Krebszellen stärker reagiert.